Überstunden auszahlen: Bruttobetrag berechnen
Rechnet Überstunden mit deinem Stunden- oder Monatslohn und dem Zuschlag laut deiner Vereinbarung in einen Bruttobetrag um. Aus dem Wochenrechner übernimmt er eine positive Differenz; du kannst die Stunden auch direkt eingeben.
So rechnest du Überstunden aus
- Arbeitszeit pro Tag. Ende minus Beginn minus Pause. 07:45 bis 17:15 mit 60 Minuten Pause sind 8 Stunden 30 Minuten.
- Summe der Woche. Alle Tage zusammenzählen, in Stunden und Minuten oder in Dezimalstunden.
- Mit dem Soll vergleichen. Summe minus Wochensoll. 41:15 bei 40 Stunden Soll ergibt eine Differenz von 1 Stunde 15 Minuten; ein negatives Ergebnis sind Minusstunden. Ob daraus bezahlte Überstunden werden, hängt von Vertrag und Gesetz ab.
- Festhalten, wer sie wollte. Für eine spätere Vergütung zählt nicht nur die Zeit, sondern auch, dass der Arbeitgeber die Mehrarbeit angeordnet, gebilligt oder geduldet hat. Notiere das gleich mit.
Was gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Ein kurzer Überblick für Angestellte, keine Rechtsberatung. Tarif-, Gesamtarbeits- und Arbeitsverträge regeln oft mehr als das Gesetz, und für einzelne Branchen gelten Sonderregeln.
Deutschland
Die werktägliche Arbeitszeit darf 8 Stunden nicht überschreiten; bis zu 10 Stunden sind erlaubt, wenn im Durchschnitt von sechs Monaten oder 24 Wochen 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden.[1]
Einen allgemeinen gesetzlichen Überstundenzuschlag gibt es nicht; ob und wie Überstunden bezahlt oder mit Freizeit ausgeglichen werden, regeln vor allem Tarifvertrag und Arbeitsvertrag. Eine Vergütung kann aber auch ohne ausdrückliche Vereinbarung geschuldet sein, wenn die Arbeit den Umständen nach nur gegen Vergütung zu erwarten ist. Wer Vergütung verlangt, muss darlegen, dass er die Stunden geleistet hat und dass der Arbeitgeber sie angeordnet, gebilligt oder geduldet hat oder dass sie zur Erledigung der Arbeit nötig waren.[2][3]
Ansprüche auf Vergütung verjähren regelmässig nach drei Jahren, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem sie entstanden sind und du von ihnen wusstest oder hättest wissen müssen. Viele Arbeits- und Tarifverträge enthalten aber Ausschlussfristen von wenigen Monaten, nach denen nicht geltend gemachte Stunden verfallen. Überstundenzuschläge sind lohnsteuerpflichtig; steuerfrei sind in bestimmten Grenzen nur Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit.[4][5][6]
Pausen zählen nicht zur Arbeitszeit: Bei mehr als 6 Stunden stehen dir mindestens 30 Minuten zu, bei mehr als 9 Stunden mindestens 45, teilbar in Abschnitte von mindestens 15 Minuten.[7]
Österreich
Die Normalarbeitszeit beträgt grundsätzlich 8 Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche. Für Überstunden gebührt ein Zuschlag von 50 Prozent oder ein entsprechender Zeitausgleich, also eineinhalb Stunden Freizeit für eine Überstunde. Bei mehr als 6 Stunden Arbeit steht dir eine Pause von mindestens 30 Minuten zu.[8]
Bei erhöhtem Arbeitsbedarf sind grundsätzlich höchstens 20 Überstunden pro Woche zulässig; die Tagesarbeitszeit darf 12 und die Wochenarbeitszeit 60 Stunden nicht überschreiten, und über 17 Wochen höchstens durchschnittlich 48 Stunden. Arbeitest du in Teilzeit über dein vereinbartes Ausmass hinaus, aber unter der Normalarbeitszeit, ist das Mehrarbeit mit grundsätzlich 25 Prozent Zuschlag, mit Ausnahmen. Kollektivverträge können abweichen.[9][8]
Schweiz
Überstunden, also Stunden über deiner vertraglichen Arbeitszeit bis zur gesetzlichen Höchstarbeitszeit, sind mit einem Zuschlag von 25 Prozent zu bezahlen oder, wenn du einverstanden bist, durch Freizeit von mindestens gleicher Dauer auszugleichen; ein schriftlicher Vertrag kann den Zuschlag oder die ganze Vergütung ausschliessen.[10]
Davon zu unterscheiden ist die Überzeit über der Höchstarbeitszeit von 45 oder 50 Stunden pro Woche. Sie ist grundsätzlich auf zwei Stunden am Tag und 170 beziehungsweise 140 Stunden im Jahr begrenzt. Der Lohnzuschlag beträgt mindestens 25 Prozent, ausser die Überzeit wird im Einverständnis mit dir durch Freizeit ausgeglichen; für Büropersonal, technische und andere Angestellte sowie das Verkaufspersonal in Grossbetrieben des Detailhandels nur für den Teil, der 60 Stunden im Jahr übersteigt.[11][12]
Oder du lässt die Stunden mitzählen.
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Häufige Fragen
Wie berechne ich meine Überstunden?
Pro Tag Ende minus Beginn minus Pause, die Tage zusammenzählen und das vertragliche Wochensoll abziehen. Ein positives Ergebnis ist Zeit über dem Soll, ein negatives sind Minusstunden. Ob und wie die Zeit über dem Soll vergütet wird, regeln Vertrag und Gesetz.
Wie rechne ich meinen Stundenlohn aus dem Monatslohn aus?
Monatslohn mal 12, geteilt durch 52 Wochen und durch deine Wochenstunden. 4000 im Monat bei 40 Stunden pro Woche sind 4000 × 12 ÷ 52 ÷ 40 = 23,08 pro Stunde. Mit 13. Monatslohn rechnest du mit 13 statt 12.
Zählt die Pause zur Arbeitszeit?
Nein. Ruhepausen sind keine Arbeitszeit und werden abgezogen. In der Schweiz zählen sie ausnahmsweise als Arbeitszeit, wenn du den Arbeitsplatz während der Pause nicht verlassen darfst.[7][13]
Wie viele Überstunden sind in Deutschland erlaubt?
Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die Arbeitszeit auf 8 Stunden pro Werktag, bis zu 10 Stunden, wenn der Durchschnitt über sechs Monate oder 24 Wochen bei 8 Stunden bleibt. Bei sechs Werktagen sind das im Schnitt 48 Stunden pro Woche.[1]
Bekomme ich für Überstunden einen Zuschlag?
In Deutschland gibt es keinen allgemeinen gesetzlichen Zuschlag; er ergibt sich aus Tarif- oder Arbeitsvertrag. In Österreich sieht das Gesetz 50 Prozent für Überstunden vor, für Mehrarbeit in Teilzeit grundsätzlich 25 Prozent. In der Schweiz sind es 25 Prozent, wobei ein schriftlicher Vertrag für Überstunden etwas anderes regeln kann.[8][10]
Rechnet der Rechner netto aus?
Nein, nur brutto. Was nach Lohnsteuer und Sozialabgaben bleibt, hängt von Steuerklasse oder Tarif, Kanton oder Land und deinem übrigen Lohn ab. In Deutschland rechnet der amtliche Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums die Lohnsteuer aus, ohne Sozialabgaben; in Österreich gibt es einen Brutto-Netto-Rechner des Finanzministeriums.[14][15]
Was ist mit Minusstunden?
Liegt deine Arbeitszeit unter dem Soll, entsteht ein negativer Saldo. Ob du ihn nacharbeiten musst, hängt davon ab, wer ihn verursacht hat und was dein Vertrag zu Arbeitszeitkonten sagt.
Quellen
- § 3 ArbZG (Arbeitszeit)
- § 612 BGB (Vergütung)
- BAG, 5 AZR 359/21
- § 195 BGB (Verjährungsfrist)
- § 199 BGB (Beginn der Verjährung)
- § 3b EStG (steuerfreie Zuschläge)
- § 4 ArbZG (Ruhepausen)
- Österreich: Arbeitszeitgesetz (AZG), §§ 3, 9, 10, 11, 19d
- Österreich: § 7 AZG (Verlängerung der Arbeitszeit)
- Schweiz: Obligationenrecht (OR), Art. 321c
- Schweiz: Arbeitsgesetz (ArG), Art. 9, 12, 13
- SECO: Fragen zu Überstunden und Überzeit
- Schweiz: Arbeitsgesetz (ArG), Art. 15 (Pausen)
- Deutschland: Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums (ohne Sozialabgaben)
- Österreich: Brutto-Netto-Rechner des Finanzministeriums
Erstellt von Ivan Knezevic, Entwickler von WorkFlow, Zürich. Aktualisiert am 6. Oktober 2026.
Rechtsquellen geprüft am 6. Oktober 2026. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.