Pausenregelung: Pausenzeiten nach Gesetz in DE, AT und CH
Ab wann ist eine Pause Pflicht und wie lang muss sie sein? Die gesetzlichen Pausenzeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Pausenrechner.
Pausenrechner
| Land | Mindestpause | Anwesenheit mindestens |
|---|---|---|
| Deutschland | 30 Min. | 8:30 |
| Österreich | 30 Min. | 8:30 |
| Schweiz | 30 Min. | 8:30 |
Gesetzliche Mindestpausen für erwachsene Angestellte. Verträge können längere Pausen vorsehen. Der Rechner prüft weder die zulässige Arbeitszeit noch die Lage der Pause; für Gleitzeit in der Schweiz gelten besondere Bemessungsregeln (Art. 18 ArGV 1).
Die Pausenregelung auf einen Blick
| Arbeitszeit | DE | AT | CH |
|---|---|---|---|
| bis 5½ Std. | keine | keine | keine |
| über 5½ bis 6 Std. | keine | keine | 15 Min. |
| über 6 bis 7 Std. | 30 Min. | 30 Min. | 15 Min. |
| über 7 bis 9 Std. | 30 Min. | 30 Min. | 30 Min. |
| über 9 Std. | 45 Min. | 30 Min. | 1 Std. |
„Keine“ heisst: Das Gesetz schreibt keine Pause vor. Die Werte sind Mindestpausen für erwachsene Angestellte. Arbeits-, Tarif- und Gesamtarbeitsverträge können längere Pausen vorsehen, für Jugendliche gelten strengere Regeln, und einzelne Branchen haben Sonderregeln. Gemeint ist jeweils die Arbeitszeit ohne die Pausen. Den Wert für deine eigene Arbeitszeit zeigt der Pausenrechner oben.
Deutschland: § 4 Arbeitszeitgesetz
Wer mehr als sechs und bis zu neun Stunden arbeitet, muss die Arbeit durch eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten unterbrechen, bei mehr als neun Stunden durch mindestens 45 Minuten. Die Pause darf in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden, und länger als sechs Stunden hintereinander darfst du nicht ohne Pause arbeiten. Die Pause muss im Voraus feststehen, zumindest als Zeitrahmen.
Zwei Folgen, die oft übersehen werden:
- Fünf Minuten hier und dort zählen nicht. Kürzere Unterbrechungen als 15 Minuten sind keine Ruhepausen im Sinn des Gesetzes.
- Die Pause unterbricht die Arbeit. Eine Pause, die erst nach Feierabend läge, erfüllt diesen Zweck nicht.
Die Pflicht trifft den Arbeitgeber: Er muss die Pausen gewähren. Wer das nicht tut, handelt ordnungswidrig; das Gesetz sieht dafür eine Geldbusse von bis zu 30’000 Euro vor (§ 22 ArbZG).
Für Jugendliche unter 18 gilt § 11 Jugendarbeitsschutzgesetz: mehr als viereinhalb bis sechs Stunden mindestens 30 Minuten, mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten.
Österreich: § 11 Arbeitszeitgesetz
Beträgt die Tagesarbeitszeit mehr als sechs Stunden, ist sie durch eine Ruhepause von mindestens einer halben Stunde zu unterbrechen. Wenn es im Interesse der Arbeitnehmer liegt oder betrieblich notwendig ist, dürfen stattdessen zwei Pausen von je einer Viertelstunde oder drei Pausen von je zehn Minuten gewährt werden; besteht ein Betriebsrat, braucht diese Aufteilung seine Zustimmung. Eine längere Pause bei mehr als neun Stunden sieht das Gesetz, anders als in Deutschland, nicht vor; Kollektivverträge regeln oft mehr. Für Jugendliche gilt das Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz mit einer Pause von mindestens 30 Minuten schon ab mehr als viereinhalb Stunden.
Schweiz: Art. 15 Arbeitsgesetz
Die Arbeit ist durch Pausen von mindestens einer Viertelstunde bei mehr als fünfeinhalb Stunden, einer halben Stunde bei mehr als sieben Stunden und einer Stunde bei mehr als neun Stunden zu unterbrechen. Die Pausen sind um die Mitte der Arbeitszeit anzusetzen; Pausen von mehr als einer halben Stunde dürfen aufgeteilt werden. Entsteht vor oder nach einer Pause ein Arbeitsblock von mehr als fünfeinhalb Stunden, ist dafür eine zusätzliche Pause zu gewähren.
Eine Besonderheit: Pausen gelten als Arbeitszeit, wenn du deinen Arbeitsplatz während der Pause nicht verlassen darfst. Wann eine Pause mit Bereitschaft trotzdem als gewährte Pause gelten kann, beschreibt die Wegleitung des SECO zu Art. 15.
Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen
Neben den Pausen während der Arbeit schreiben alle drei Länder eine Ruhezeit zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn am nächsten Tag vor:
- Deutschland: mindestens elf Stunden ununterbrochen (§ 5 ArbZG). In einzelnen Bereichen, etwa in Krankenhäusern, der Gastronomie oder der Landwirtschaft, darf sie unter Bedingungen verkürzt werden.
- Österreich: mindestens elf Stunden ununterbrochen (§ 12 AZG); Kollektivverträge können Ausnahmen zulassen.
- Schweiz: mindestens elf aufeinanderfolgende Stunden (Art. 15a ArG). Für Erwachsene darf sie einmal pro Woche auf acht Stunden sinken, wenn im Durchschnitt von zwei Wochen elf Stunden eingehalten werden.
Wer abends um 22 Uhr Feierabend macht, darf also in der Regel nicht vor 9 Uhr wieder anfangen.
Was als Pause zählt und was nicht
Toilette und kurze Unterbrechungen. Der Gang zur Toilette oder ein Glas Wasser sind keine Ruhepausen im Sinn des Gesetzes und ersetzen die vorgeschriebene Pause nicht. Ob der Arbeitgeber solche Unterbrechungen von der Arbeitszeit abziehen darf, regeln die Gesetze nicht ausdrücklich. In der Schweiz hob das Kantonsgericht Neuenburg 2024 ein behördliches Verbot auf, Toilettengänge auf die Pausen anzurechnen: Arbeitsgesetz und Verordnungen untersagen das nicht ausdrücklich. Meist regelt es der Betrieb.
Pause in Bereitschaft. In Deutschland ist eine Unterbrechung, in der du dich zur Arbeit bereithalten musst, keine Ruhepause. In der Schweiz zählt eine Pause als Arbeitszeit, wenn du den Arbeitsplatz nicht verlassen darfst; unter welchen Voraussetzungen eine Pause mit Bereitschaft dennoch als gewährt gilt, beschreibt die SECO-Wegleitung.
Raucherpause. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es in keinem der drei Länder. Ob geraucht werden darf und ob die Zeit als Arbeitszeit zählt oder ausgestempelt werden muss, regelt der Arbeitgeber, oft in einer Betriebsvereinbarung oder im Personalreglement.
Pause am Anfang oder am Ende. Eine Pause gleich zu Arbeitsbeginn oder unmittelbar vor Feierabend erfüllt in der Regel nicht den Zweck, die Arbeit zu unterbrechen. In der Schweiz sind Pausen um die Mitte der Arbeitszeit anzusetzen.
Teilzeit, Minijob und Homeoffice
Die Pausenregeln hängen an der Arbeitszeit des einzelnen Tages, nicht am Vertrag. Für Teilzeitkräfte, Minijobber und Aushilfen gelten dieselben Schwellen wie für Vollzeitangestellte: Wer in Deutschland vier Stunden am Stück arbeitet, hat keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Pause, wer sieben Stunden arbeitet, schon.
Auch im Homeoffice gelten die Arbeitszeitgesetze unverändert. Die Pause legst du dort oft selbst, sie muss aber genauso lang sein und die Arbeit ebenso unterbrechen wie im Büro.
Häufige Fälle
Genau sechs Stunden gearbeitet: Pause Pflicht? In Deutschland und Österreich nicht, denn beide Gesetze verlangen die Pause erst bei mehr als sechs Stunden. In der Schweiz ja: Bei mehr als fünfeinhalb Stunden sind 15 Minuten vorgeschrieben.
Wie viel Pause bei 8 Stunden Arbeit? In allen drei Ländern mindestens 30 Minuten. Du bist also mindestens achteinhalb Stunden im Betrieb, etwa von 8:00 bis 16:30.
Neun Stunden arbeiten, wie viel Pause? In Deutschland 30 Minuten, denn die 45 Minuten gelten erst bei mehr als neun Stunden; ab der ersten Minute darüber reichen 30 nicht mehr. In der Schweiz 30 Minuten, bei mehr als neun Stunden eine Stunde. In Österreich 30 Minuten.
Zehn Stunden arbeiten? In Deutschland mindestens 45 Minuten, in Österreich 30 Minuten, in der Schweiz eine Stunde. Zehn Stunden sind in Deutschland zugleich die Obergrenze für einen Arbeitstag.
Wird die Pause bezahlt? In der Regel nicht. Ruhepausen sind keine Arbeitszeit und werden von der Anwesenheit abgezogen, es sei denn, dein Vertrag regelt es anders oder, in der Schweiz, du darfst den Arbeitsplatz nicht verlassen.
Pause nicht geschafft, aber automatisch abgezogen? Viele Zeiterfassungen ziehen die Pause pauschal ab. Konntest du sie wegen der Arbeit nicht nehmen, halte das fest, mit Datum und Grund, und kläre mit deinem Arbeitgeber, ob die Zeit als Arbeitszeit zählt. Die Pflicht, die Pause zu ermöglichen, liegt beim Arbeitgeber.
Wie viel arbeite ich netto? Anwesenheit minus Pause. Von 8:00 bis 17:00 mit einer Stunde Pause sind 8 Stunden. Den Überstunden-Rechner kannst du mit Beginn, Ende und Pause pro Tag füttern; er rechnet die Woche gegen dein Soll.
Pausen festhalten
In der Schweiz muss der Arbeitgeber bei der regulären Erfassung nicht nur die Dauer, sondern auch die Lage von Pausen ab einer halben Stunde festhalten (Art. 73 ArGV 1). Die kostenlose Stundenzettel-Vorlage hat dafür eine eigene Spalte „Pause von – bis“. Wer wissen will, was in Deutschland zur Erfassung gilt, findet es im Ratgeber Arbeitszeiterfassung: Pflicht 2026.
WorkFlow, die App hinter dieser Website, erfasst Ankommen und Gehen am Arbeitsort automatisch und zieht die Pause ab, die du pro Wochentag einstellst. Weicht eine Pause davon ab, korrigierst du sie im Eintrag des Tages. Die App prüft nicht, ob deine Pause gesetzlich genügt; dafür sind die Tabelle und der Pausenrechner da.
Quellen
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG), § 4 Ruhepausen
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG), § 5 Ruhezeit
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG), § 22 Bussgeldvorschriften
- Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), § 11 Ruhepausen
- Österreich: Arbeitszeitgesetz (AZG), § 11 Ruhepausen
- Österreich: Arbeitszeitgesetz (AZG), § 12 Ruhezeiten
- Schweiz: Arbeitsgesetz (ArG), Art. 15 Pausen und Art. 15a tägliche Ruhezeit
- Schweiz: Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1), Art. 18 Pausen
- Schweiz: Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1), Art. 73 Verzeichnisse und Unterlagen
- Kantonsgericht Neuenburg, CDP.2024.36 vom 27. Juni 2024 (Toilettengänge, französisch)
- SECO: Wegleitung zu Art. 15 ArG
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